Die CDU- und SPD-Fraktionen Leverkusen drängen auf eine zeitnahe Lösung für die weiterhin fehlende Barrierefreiheit am Bahnhof Leverkusen-Manfort. In einem am 7. September 2026 veröffentlichtenoffenen Brief an die DB InfraGO AG fordern die Fraktionen, verschiedene Übergangslösungen erneut zu prüfen und zugleich die Planung für einen dauerhaften barrierefreien Ausbau voranzutreiben.

 

Zuvor hatte es nach Angaben von CDU und SPD einen Ortstermin mit Vertreterinnen und Vertretern der Deutschen Bahn gegeben. Die Fraktionen begrüßen, dass ihrer Bitte um einen solchen Termin kurzfristig entsprochen worden sei. Dabei habe die Deutsche Bahn die aus ihrer Sicht komplexe Situation vor Ort erläutert. Kritisch sehen CDU und SPD allerdings, dass bei dem Termin nach ihrer Darstellung keine der von Politik und Bürgerschaft vorgeschlagenen Interimslösungen als umsetzbar aufgenommen worden sei.

 

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Deutliche Kritik üben die Fraktionen zudem an der bisherigen Kommunikation. Nach ihrer Darstellung habe selbst die Stadtverwaltung teilweise erst aus der Presse von Problemen beim Umbau erfahren. Auch die zuständigen Ratsmitglieder seien nach Angaben von CDU und SPD nicht direkt informiert worden. Gerade die Kommunalpolitik müsse jedoch als Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger fungieren, wenn diese Fragen zum Fortgang der Bauarbeiten hätten.

 

Auch die offizielle Wiedereröffnung des Bahnhofs sorgt nach Darstellung der Fraktionen für Kritik. Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ortstermins sowie Mitglieder von Rat und Bezirksvertretungen seien nicht eingeladen worden. CDU und SPD werten dies als weiteres Beispiel für eine aus ihrer Sicht unzureichende Kommunikation.

 

Dauerhafte Barrierefreiheit bleibt aus

Im Mittelpunkt des offenen Briefes steht jedoch die weiterhin fehlende vollständige Barrierefreiheit. CDU und SPD stellen ausdrücklich fest, dass das aus ihrer Sicht zentrale Ziel des Umbaus bislang nicht erreicht worden sei.

 

Als derzeitige Kompensationsmaßnahme verweist die Deutsche Bahn nach Angaben der Fraktionen auf die Möglichkeit, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen per Taxi zum Bahnhof Opladen zu bringen. CDU und SPD bewerten dieses Angebot als Entgegenkommen, bezweifeln allerdings dessen praktischen Nutzen. Die beiden Bahnhöfe seien bereits durch eine Busverbindung miteinander verbunden.

 

Zudem berichten die Fraktionen von Rückmeldungen mobilitätseingeschränkter Menschen, wonach bei der Nutzung der Taxi-Bestellhotline eine Reservierung 24 Stunden im Voraus erforderlich sei. Dies widerspreche nach ihrer Darstellung der Aussage beim Ortstermin, wonach eine Buchung wenige Stunden vor Reiseantritt möglich sein sollte.

 

Die Situation sei deshalb für Rollstuhlfahrende und andere mobilitätseingeschränkte Menschen, aber auch für Personen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck sowie für Radfahrende weiterhin unbefriedigend, heißt es in dem Schreiben. Barrierefreiheit an Bahnhöfen sei „kein Luxus“, sondern müsse aus Sicht von CDU und SPD insbesondere nach einer umfassenden Renovierung zum Mindeststandard gehören.

 

Fraktionen legen konkrete Forderungen vor

Um die Situation kurzfristig und langfristig zu verbessern, formulieren die beiden Fraktionen mehrere Forderungen. Unter anderem soll erneut geprüft werden, ob provisorische Lösungen – beispielsweise Schrägen an einem Treppenaufgang – eingerichtet werden können. Dabei sollten nach Ansicht von CDU und SPD gegebenenfalls auch mögliche Ausnahmegenehmigungen geprüft werden, falls baurechtliche Vorgaben einer solchen Lösung entgegenstehen.

 

Darüber hinaus schlagen die Fraktionen einen temporären oder dauerhaften barrierefreien Bahnsteig auf der Westseite des Bahnhofs vor. Dort befinden sich derzeit nach ihren Angaben Baustellenmaschinen. Durch einen solchen Bahnsteig könnte nach ihrer Vorstellung vorübergehend auf die Nutzung des Mittelgleises verzichtet werden, sodass dieses weiterhin von überholenden Zügen genutzt werden könnte.

 

Parallel dazu soll nach den Vorstellungen von CDU und SPD umgehend mit der Bauplanung für eine neue Unterführung einschließlich Rampe begonnen werden. Ziel sei es, die Arbeiten bei der nächsten Streckensperrung ohne weitere Verzögerung umsetzen zu können.

 

Außerdem regen die Fraktionen an zu prüfen, ob der Zugverkehr zwischen Köln-Mülheim und Wuppertal während der Bauarbeiten vorübergehend über eine Güterbahntrasse umgeleitet werden könnte. Damit soll nach ihrer Vorstellung vermieden werden, dass für die Arbeiten zwingend auf die nächste Vollsperrung der Strecke zwischen Köln, Opladen und Wuppertal gewartet werden muss.

 

Abschließend verlangen CDU und SPD mehr Transparenz. Stadtverwaltung, Stadtrat und Bezirksvertretung müssten über die weiteren Entwicklungen beim Bahnhof Manfort umfassend informiert werden.

 

Unterzeichnet ist der offene Brief von den beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und umweltpolitischen Sprecher der CDU — Frank Schmitz — und der SPD — Jonas Berghaus. 

  

Bearbeitung anzeiger24.de: BL, Archivfoto: anzeiger24.de

 

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