Die Leverkusener Ratsfraktion Die Linke will offene Fragen rund um den Hindenburgpark klären lassen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kosten für die Pflege der Grünanlage und die Rechte der Stadt auf dem Gelände, das laut der Fraktion der Bayer AG gehört.

 

Die Linke hatte im April 2026 beantragt, den Hindenburgpark in „Jin-Jiyan-Azadi-Park“ umzubenennen. Die Bezirksvertretung I lehnte den Antrag am 27. April mehrheitlich ab. Die Fraktion begründete ihren Vorstoß unter anderem mit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Rolle Paul von Hindenburgs in der deutschen Geschichte. Hindenburg hatte als Reichspräsident unter anderem Adolf Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt.

 

Gleichzeitig stellte die Linke die Frage, warum die Stadt seit 1975 Pflege- und Investitionskosten für den Park übernimmt, obwohl die Fläche der Bayer AG gehört. Nach Angaben der Fraktion hatte die Stadt 2016 zunächst 120.000 Euro für eine Sanierung beschlossen. 2017 wurden tatsächliche Kosten von rund 145.000 Euro genannt. Weitere Ausgaben waren demnach 4.500 Euro für eine Tischtennisplatte im Jahr 2020 und 9.000 Euro für zwei Tore am Bolzplatz im Jahr 2023. Eine Gesamtsumme der seit 1975 angefallenen Pflegekosten sei öffentlich bislang nicht nachvollziehbar.

 

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Auch die konkreten Nutzungs- und Mitspracherechte der Stadt seien aus Sicht der Linken bislang nicht ausreichend geklärt. Die Fraktion kündigte deshalb eine Anfrage an die Verwaltung an. Darin soll unter anderem geklärt werden, welche Kosten und Pflichten die Stadt seit 1975 übernommen hat und welche Gegenleistungen und Rechte ihr aus der Vereinbarung mit Bayer zustehen.

 

„Eine Stadt muss erklären können, wofür sie öffentliche Gelder auf privatem Grund einsetzt und welche Rechte sie dafür erhält. Zugleich ist es richtig, öffentliche Ehrungen historisch kritisch zu prüfen. Beides ist keine Nebensache, sondern Teil verantwortlicher Kommunalpolitik“, erklärt  Keneth Dietrich als Fraktionsvorsitzender.

 

Die Linke verwies zudem auf andere Städte, die Hindenburg-Benennungen nach einer historischen Prüfung geändert haben. Dazu gehören Münster, Bonn, Solingen, Lübeck, Freiburg und Darmstadt. In Münster wurde die Umbenennung in einem Bürgerentscheid mit 59,38 Prozent bestätigt. Mönchengladbach entschied sich 2024 dagegen für einen kritischen Informationspfad.

Die Frage nach dem Hindenburgpark könnte auch vor dem Hintergrund möglicher Veränderungen beim Eigentum relevant werden: 2024 seien Gespräche zwischen Bayer und der Stadt über einen möglichen Verkauf unter anderem des Parks bekannt geworden, beschreibt die Linke.

 

Quelle: Die Linke Leverkusen, Symbolfoto: anzeiger24.de., Bearbeitung anzeiger24.de: BL

 

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