Die Sperrung der Bonner Nordbrücke und die Einschränkungen an der A4-Brücke am Eifeltor in Köln sorgen nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln für erhebliche Belastungen in der regionalen Wirtschaft. Das geht aus einer Unternehmensbefragung hervor, an der sich 1.012 Betriebe aus dem Kammerbezirk beteiligt haben.

 

Nach den Ergebnissen sehen sich rund zwei Drittel der teilnehmenden Unternehmen von der Sperrung der Bonner Nordbrücke (offiziell Friedrich-Ebert-Brückedirekt betroffen. Einschränkungen an der Eifeltorbrücke betreffen nach eigenen Angaben 57 Prozent der Befragten.

 

Unbenannt-13

 

Die Auswirkungen reichen laut Umfrage weit über längere Fahrzeiten hinaus. Knapp die Hälfte der Unternehmen berichtet von Problemen bei Dienstfahrten, Außendienstterminen oder Handwerkereinsätzen. Mehr als vier von zehn Unternehmen sehen eine schlechtere Erreichbarkeit von Kunden oder Baustellen. Auch Lieferverkehre, Tourenplanung und Warentransporte werden nach Angaben der Betriebe erschwert.

 

Besonders häufig genannt werden längere Fahrzeiten. 78 Prozent der Unternehmen geben an, dass sich Fahrten um mindestens 15 Minuten verlängern. Hinzu kommen schwankende Fahrzeiten, die die Planbarkeit erschweren. Mehr als ein Drittel der Befragten bewertet die Auswirkungen auf Kosten und organisatorischen Aufwand als stark oder sehr stark.

 

„Die Ergebnisse sind ein deutliches Warnsignal: Fehlende Verlässlichkeit im Verkehrsnetz kostet die Unternehmen jeden Tag Zeit, Geld und Planungssicherheit“, sagt Alexander Felsch, Leiter des Geschäftsbereichs Interessenvertretung bei der IHK Köln.

 

Um die Folgen abzufedern, reagieren viele Unternehmen mit organisatorischen Anpassungen. Etwa die Hälfte nutzt alternative Routen oder kalkuliert größere Zeitpuffer ein. 45 Prozent verlegen Fahrten auf andere Tageszeiten, knapp ein Viertel setzt verstärkt auf Homeoffice. Nur 16 Prozent der Befragten haben nach eigenen Angaben bislang keine Maßnahmen ergriffen.

 

Bei den Forderungen an die Politik zeigt sich ein klares Meinungsbild unter den Teilnehmern der Umfrage. 70 Prozent sprechen sich für einen möglichst schnellen Neubau der Eifeltorbrücke noch in diesem Jahr in Fertigteil- oder Modulbauweise aus. Darüber hinaus wünschen sich viele Unternehmen eine bessere Abstimmung von Baustellen sowie eine transparentere Information über Sperrungen und Baufortschritte.

 

„Die Brückenprobleme sind längst zu einem erheblichen Risiko für den gesamten Wirtschaftsstandort geworden. Kurzfristig brauchen wir die enge Abstimmung aller Baustellen im Verkehrsnetz, belastbare Umleitungskonzepte und eine verlässliche Kommunikation“, so Felsch. Zudem fordert die IHK eine Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie den zügigen Ausbau weiterer Verkehrsinfrastruktur.

 

Die IHK weist in ihren eigenen methodischen Hinweisen darauf hin, dass es sich bei der Befragung um eine freiwillige und nicht repräsentative Unternehmensumfrage handelt. Die 1.012 teilnehmenden Unternehmen stammen aus unterschiedlichen Größenklassen und Branchen im gesamten Kammerbezirk. Damit geben die Ergebnisse einen Einblick in die Wahrnehmung der beteiligten Betriebe, lassen sich aber nicht automatisch auf die gesamte regionale Wirtschaft übertragen.

 

Ebenfalls weist die IHK darauf hin, dass die Bewertung der Situation an der Eifeltorbrücke überwiegend vor der Inbetriebnahme der Schrankenanlage am 16. Juli 2026 erfolgte. Mögliche Auswirkungen dieser später eingeführten Maßnahme konnten daher in den Antworten nur eingeschränkt berücksichtigt werden.

 

Quelle: Industrie- und Handelskammer zu Köln, Bearbeitung anzeiger24.de: BL mit Unterstützung von ChatGPT

 

Weitere Nachrichten aus Leverkusen gibt es unter www.anzeiger24.de/leverkusen/news/

 


Ihr wollt uns Eure Meinung sagen? Gerne per Mail an

presse@anzeiger24.de

oder als Kommentar bei Facebook.

Euch hat unser Beitrag gefallen? Dann liked und teilt ihn gerne.