
„Campus Monheim: Starke kommunale Haltung gegen Druck und Dramatisierung
Der Monheimer Rat hat mit seiner Ablehnung des Bauleitplanverfahrens für den BayerCampus ein deutliches Zeichen für Demokratie, Umwelt und lokale Verantwortung gesetzt. In einer Zeit, in der wirtschaftliche Interessen oft über ökologische und soziale Belange gestellt werden, zeigt Monheim Haltung – eine Haltung, die langfristig klug und gesellschaftspolitisch verantwortungsvoll ist.
Der regionale Grünzug, Klimaschutz, Naherholung, Biotopvernetzung und die Lebensqualität der Menschen sind Werte, die nach einer Bebauung nicht wiederherstellbar wären. Das Monheimer Ratsbündnis aus CDU, SPD und Grünen hat dies klar benannt – und genau deshalb ist seine Entscheidung richtig.
Zugleich bleibt die Frage offen, warum Bayer 04 sein Leistungszentrum nicht auf eigenem Grund in Leverkusen realisiert. Wenn der Verein behauptet, über 70 Alternativflächen geprüft zu haben, muss Transparenz folgen. Ohne Offenlegung dieser Ergebnisse wirkt die Argumentation wie ein politisches Druckmittel. Wer Vertrauen einfordert, muss es durch Offenheit schaffen.
Auch der Verweis von Bayer 04 auf „zehn Jahre Planung“ überzeugt nicht: In Leverkusen wurde das Thema Standortwahl nie in Ratsgremien beraten. Wo war Bayer 04, wo war die Bayer AG, als die Bürgerinnen und Bürgern vor 10 Jahren in Leverkusen zusammengestanden und gekämpft haben für „Tunnel statt Stelze“! Bei einem Tunnel wäre in Leverkusen sicher Platz gewesen für das nun in Rede stehende Leistungszentrum.
Die Behauptung, die Monheimer Entscheidung schade dem Sportland NRW oder gar einer OlympiaBewerbung, ist eine überzogene Dramatisierung. Ein kommunaler Beschluss, der lokale Interessen schützt, gefährdet keine Großereignisse – er zeigt vielmehr, dass demokratische Verfahren funktionieren und Nachhaltigkeit nicht nur ein Schlagwort ist.
Die neuerlichen Warnungen der regionalen Unternehmerverbände, die Entscheidung schade dem Investitionsstandort, greifen zu kurz. Ein gutes Investitionsklima entsteht nicht durch das Übergehen lokaler Interessen, sondern durch verlässliche Verfahren und Respekt vor demokratischen Entscheidungen.
Positiv hervorzuheben ist der klare Hinweis der NRWStaatskanzlei auf die kommunale Selbstverwaltung: Kommunen sind demokratisch legitimierte Körperschaften, keine Erfüllungsgehilfen landespolitischer Interessen. Umso kritikwürdiger sind die öffentlichen Druckversuche aus Landtagsfraktionen aber ebenso auch der Leverkusener CDU. Solche Eingriffe beschädigen Vertrauen in demokratische Prozesse.
Monheim hat eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen. Sie verdient Respekt – nicht Druck, nicht Dramatisierung, nicht politische Einmischung von außen.“
Allgemeine Anmerkung der Redaktion zu Leserbriefen: Leserbriefe spiegeln die Meinung ihrer Autorinnen und Autoren wider, nicht zwangsläufig die der Redaktion.
Leserbrief: Bernhard Marewski, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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