
Feuerwehrkräfte aus Leverkusen und Ratingen sind Teil eines nordrhein-westfälischen Waldbrandmoduls, das am Donnerstagmorgen zu einem Hilfseinsatz nach Spanien aufgebrochen ist. Gemeinsam mit Einsatzkräften aus Bonn, Düsseldorf und Königswinter unterstützen sie im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzverfahrens die Bekämpfung schwerer Waldbrände.
Nach Angaben der Feuerwehr und des Rettungsdienstes Bonn umfasst der Konvoi insgesamt 56 Einsatzkräfte, 21 Fahrzeuge und drei Anhänger. Zum Modul gehören Berufs- und Freiwillige Feuerwehren sowie Fachberater der Hilfsorganisation @fire und eine Versorgungseinheit der Johanniter-Unfall-Hilfe. Die Anforderung durch die spanischen Behörden erreichte die Einheit erst am Mittwochabend, sodass innerhalb weniger Stunden die umfangreichen Vorbereitungen abgeschlossen werden mussten.
Das Waldbrandmodul wird voraussichtlich am Samstag in der nordwestspanischen Provinz Zamora eintreffen. Erst vor Ort entscheidet sich, wo die Einsatzkräfte konkret eingesetzt werden.
Im Interview mit dem WDR betonte David Bormann, Sprecher der Bonner Feuerwehr, dass das Modul für einen zweiwöchigen Einsatz vollständig autark ausgerüstet sei. Die Einheit verfüge über geländegängige Löschfahrzeuge, die auch abseits befestigter Wege eingesetzt werden können. Zudem seien Zelte, Verpflegung und die komplette Ausrüstung für 14 Tage an Bord, sodass die Feuerwehrleute die spanischen Einsatzkräfte nicht zusätzlich belasten und unmittelbar mit der Brandbekämpfung beginnen könnten.
Ebenfalls laut WDR-Interview blieb den Einsatzkräften nach der Alarmierung nur wenig Zeit. Zwischen Alarmierung am Mittwochabend und der Abfahrt am Donnerstagmorgen lagen nur wenige Stunden. Aber in diesem Fall sogar mehr, als die reguläre Mindestvorwarnzeit von sechs Stunden, erklärte Bormann.
Das NRW-Waldbrandmodul besteht aus einem Pool von rund 200 bis 250 Feuerwehrangehörigen, die regelmäßig gemeinsam trainieren und bereits mehrere Auslandseinsätze absolviert haben. Nach Angaben des WDR handelt es sich bei dem aktuellen Einsatz um den fünften Auslandseinsatz der Spezialeinheit im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens.
Wie die Feuerwehr Bonn mitteilt, wurde das Waldbrandmodul 2019 als Pilotprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen aufgebaut und später im europäischen Katastrophenschutzverfahren registriert. Nach Einsätzen in Griechenland, Frankreich, Spanien und den Niederlanden gehört die Einheit inzwischen zu den etablierten Modulen für die internationale Waldbrandbekämpfung. Leverkusen und Ratingen stellen dabei erneut Kräfte für den grenzüberschreitenden Einsatz und leisten gemeinsam mit den weiteren beteiligten Feuerwehren einen Beitrag zur europäischen Katastrophenhilfe.
Infos: WDR 1 und Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn, Symbolfoto: Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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