
Der TuS 05 Quettingen e.V. begrüßt in seiner aktuellen Pressemitteilung ausdrücklich, dass der Ersatzneubau des Umkleidegebäudes an der Sportplatzanlage Quettingen in der Maßnahmenliste der Stadtverwaltung zum NRW-Infrastrukturgesetz 2025 bis 2036 steht. Der Vereinsvorstand macht aber dennoch auch unmissverständlich deutlich: „Eine Nennung auf einer Liste ist noch kein Bauwerk. Der Bestand ist nach Einschätzung des Vereins durch Feuchtigkeit so weit geschädigt, dass ein Weiterbetrieb nur noch begrenzte Zeit vertretbar ist.“
„Wir danken der Verwaltung für ihre Vorlage. Damit haben über 900 Kinder und Jugendliche, die jede Woche die Anlage nutzen, endlich eine Perspektive. Aktuell treffen sie dort auf Räume, in denen es an mehreren Stellen feucht ist, in denen es riecht und in denen der Verein seit Jahren mit Eigenleistung ausbessert, was eigentlich längst hätte ersetzt werden müssen“, so Giorgio Italiano, Geschäftsführer und Abteilungsleiter Fußball des TuS 05 Quettingen e.V.
„Wir reden hier nicht über Komfort, sondern über ein Gebäude, bei dem sich unsere Trainerinnen und Trainer immer häufiger die Frage stellen, wie lange sie Achtjährige da noch hineinschicken können“, sagt Arne Kahr, Vorsitzender des TuS 05 Quettingen e.V. „Wir haben jahrelang geflickt, improvisiert und selbst Hand angelegt. Damit ist es vorbei. Dieses Gebäude ist kurz vor dem Ende, und wir sagen es jetzt so deutlich, wie es ist: Ohne Ersatzneubau wird auf dieser Anlage über kurz oder lang kein Vereinssport mehr stattfinden.“
Es geht um Kinder, nicht um Kabinen
Besonders deutlich werde der Zustand im Kinder- und Jugendbereich. Für die Jüngsten ist die Umkleide kein Nebenraum, sondern der Ort, an dem aus einzelnen Kindern eine Mannschaft wird.
„Wenn sich unsere Mädchen im Winter im Auto ihrer Eltern umziehen, weil der Raum nass und muffig ist, dann verlieren wir sie irgendwann, und zwar nicht an einen anderen Verein, sondern an gar keinen Sport“, sagt Amy Staus, Kassiererin des TuS 05 Quettingen e.V. „Diese Kinder können nicht zwölf Jahre auf einen Förderzeitraum warten. In zwölf Jahren sind sie erwachsen. Wer heute acht ist, hat genau eine Kindheit, und die findet jetzt statt.“
Hinzu kommt, dass es um Räume geht, in denen Kinder duschen, schwitzen und atmen. „Wir haben auf den Zustand mehrfach hingewiesen“, so Amy Staus. „Jetzt liegen die Mittel auf dem Tisch. Wenn sie ausgerechnet hier nicht ankommen, ist das niemandem mehr zu erklären – am wenigsten den Eltern.“
Der Verein und seine Mitglieder erwarten
Der TuS 05 Quettingen e.V. weist darauf hin, dass der Förderbereich, in dem der Ersatzneubau geführt wird, rechnerisch nicht ausgeschöpft ist. Der Verein erwarte deshalb von Rat und Verwaltung:
„1. die Bestätigung der Maßnahme in der Ratssitzung am 31. August 2026 und 2. einen Planungsbeschluss für den Ersatzneubau noch in diesem Jahr, damit das Vorhaben nicht hinter Maßnahmen zurückfällt, für die bereits Beschlussvorlagen vorliegen.“
„Wir danken der Verwaltung sehr, und wir sind kein Verein, der bei jeder Gelegenheit laut wird“, so Arne Kahr abschließend. „Aber wir werden nicht zusehen, wie eine funktionierende Vereinsstruktur an einem Gebäude zerbricht, für das das Geld längst bereitsteht.“
Quelle: TuS 05 Quettingen e.V., Foto anzeiger24.de: MW, Bearbeitung anzeiger24.de: BL
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